Karwendelmarsch 13

Die Legende lebt!

 

Am 24.8.13 hab ich am Karwendelmarsch teilgenommen. Klasse Sache!

Ich bin schon am Freitag angereist um mir meine Startnummer abzuhohlen und um mich mit meinem Trailbuddie Thomas Bosnjak zu treffen. Ich finde die Idee von Thomas Klasse, einen Trailrunningverband zu gründen. Deshalb werde ich ihn auch unterstützen. Die Idee ist längst überfällig.

Dann ging es ab ins Hotel Christina nach Pertisau. Eingecheckt und gleich „an Strudl“ + Kaffee. Perfekt! Wie die Lage des Hotels. 200M vom Ziel weg. Selbst mit Krabbeln werd ichs noch nach dem Lauf ins Zimmer schaffen. Auch der Shuttlebus fährt zum Start gleich ums Eck los.

Zeugs gepackt, Abendessen und ab ins Bett. Schlafen ist Fehlanzeige. Zu nervös. Um 3 morgens klingelt der Wecker. Frühstück, Rucksack und Stöcke nehmen und ab zum Bus. Dann geht’s ab nach Scharnitz. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Ich muss die 52km antreten. Im Bus habe ich einen netten Kameraden neben mir sitzen. Er erzählt er kommt gerade vom Himalaya zurück. Coole Geschichten. Er möchte den Lauf machen um auf den Spuren seiner Kindheit zu wandeln. Damals hat er mit seinen Eltern die Strecke auf 3 Tage gemacht. Ach, ich plan es heut unter 8 Stunden. Schön!

In Scharnitz angekommen steigen wir aus. Es hat gerade geregnet. Der Wetterbericht hat Gewitter für den Vormittag angekündigt. Kann ja heiter werden. Noch eine Stunde warten. Langsam wird der Startplatz voll. Kalt ist es noch. 10Min vor dem Start gehe ich nach draußen. In nervös. Schaffe ich die Strecke. Es ist kalt. Die Sonne scheint noch noch nicht. Der Startschuss fällt. Ich starte relativ weit vorne. Geistig bin ich noch nicht auf der Strecke. Nach ein paar Kilometer geht die Sonne auf. So, jetzt bin ich angekommen. Die Natur ist überwältigend. Es geht langsam, aber stetig bergauf. Ich entscheide mich die steileren Stücke nicht zu laufen sondern mit Stockeinsatz schnell zu walken. Ich schaff auch bergauf den Kilometer in 8min. Erste Verpflegung. Kekse + einen Hollasaft und weiter geht’s. Bei der 2. Schnapp ich mir gleich ein Brot mit Geräuchertem. Weiter geht’s auf die Höh hinauf. Auf dem Weg zur 3. Station am 1. Gipfel nette Gespräche mit Läuferkollegen. Der Eine läuft mit 5Finger Schuhen. Man merkt die Kiesel sind nicht so ideal dafür. Ab der 3. Station komm ich mit Christoph ins Gespräch. Er war auch beim ZUT. Wir starten los. Wir sind gleich stark. Dank der Gespräche hat man keine Zeit darüber nachzudenken, wie anstrengend alles ist. Bergab geht’s mit 4min. pro Kilometer. Wir stürzen abwärts. Geil. Mein Bergabtraining hat sich bezahlt gemacht. Heut überhohl nur ich!

Wir kämpfen uns Kilometer für Kilometer vorwärts. Wir sind ein gutes Team. Irgenwann am 2. großen Abstieg bekomm ich Steine in den Schuh. Ich mach den Fehler und leere in erst in der Eng aus. Da hab ich schon eine große Blase unter der Ferse. Zu sehen ist grad nix, aber es tut weh. Egal, ich will das Ding zu Ende rocken und ich bin gut drauf. Das wird deutlich besser als mit dem Ziel von 8 Stunden. Auf zum letzten Anstieg zum Gramai Hochleger. Ungefähr eine Stunde nur Bergauf. Es geht steil. Aber immer noch zu schaffen. Irgendwann blicke ich eine Wand hinauf. Viele bunte Punkte bewegen sich wie eine Ameisenstraße den Hang hinauf. Tierisch steil das Teil. Am Steilhang angekommen merken wir, dass auch noch alles nass und rutschig ist. Hab dank der Stecken ja „Vierrad“. Ich geh flott voran. Wir überhohlen einige. Irgendwann schickt mich Christoph voraus. Er kann nicht mehr. Der Hammermann ist da! Ich geh das Tempo weiter. Wahnsinn der Aufstieg. Das ist ja nur was für Gemsen. Aber Oben angekommen. Der Wahnsinn. Ein kleiner Felsdurchbruch und es eröffnet sich ein weites, grünes Tal. Wow! Ich muss anhalten. Geil! Moment genossen und abwärts. Steil, aber trocken. Schnell geht’s ab. Füße sind schwer aber funktionieren. Bis auf die Blase rechts. Zähne zusammenbeissen. Irgenwann sind die Downhilltrails zu Ende. Noch 8 Kilometer bis Pertisau. Langsam hammerts bei mir auch. Schotterpiste und ich hab noch 2 Notfallgels dabei. Ich ziehe eines. Das gibt noch Kraft für die nächsten Kilometer. Nach 4km nehme ich das Zweite. Es kommt noch eine Station, an der sause ich vorbei. Nur noch ins Ziel. Ich überhohle auf den letzen Kilometern noch ein paar Kollegen. Schaffe immer noch einen Speed von 5min/km. Die Leute feuern einen dauernd an. Das motiviert tierisch. Pertisau in Sicht. Es geht noch. Weiter! Die Zielgerade taucht auf. Geschafft. Zieleinlauf. Klatsche in der Zielgasse den Leuten ab. Das Gefühl des Schaffens und des Siegens ist unbeschreiblich. Ich hab es geschafft. Der Moderator verkündet meinen Namen. Ich bekomm die Medaille. Geil. Ich realisier langsam. Total berauscht. Nur noch was trinken, Essen.. sitzen geht ned. Zu aufgedreht. Überall Kollegen im Glücksrausch. Ich rufe meine Frau an. Ich habs geschafft. Ich versteh sie am Telefon nicht. Ich erzähl einfach nur. Bin überglücklich. Freu mich über alle Glückwünsche! Alle Schmerzen sind jetzt nicht so schlimm. Der Erfolg ist großartig! Ich habe es geschafft.

 

Der Gipfel ist erst bezwungen wenn der Abstieg geschafft ist (Kilian J.)