Schoberstein Bergmarathon

Der Schoberstein
Der Schoberstein

Der Schoberstein - I muaß 5x auffi - und runta! 42 km + 3700hm

Schoberstein Bergmarathon am 24.5.14. Eines steht fest. Ich wußte schon im voraus, das wird mein härtester Lauf der Karriere. 3700 meter hoch und runter. B´jak meinte noch ein paar Tage vorher: “Oida, des wird steil”

Ich startete sehr früh um 5 Uhr. Ich wollte rechtzeitig da sein. Am Vorabend leicht Panik, es regnete bei uns. Also alles gepackt, doppelte Regenausrüstung und sonstiger Stuff.

Aber es ging schön los. Ab ins Auto, CD von “Dendemann” ins Radio. Die Texte begleiten mich den ganzen Tag. Es geht, gleich los mit:

“Alles machst du irgendwann zum ersten Mal

Was immer du tust, was auch immer

Auf die Fresse fallen ist derbe geil”

Ja, das habe ich mir auch gedacht bei dem ersten harten Bergmarathon. Aber irgednwann ist so ein Rennen das erste Mal. Ich habe genug von den Strassenrennen. Der Trail hat mich schon lange gepackt.

“Mich macht nur der Einheitsbrei müde,

der kommt mir nich' rein in die Tüte.”

Und ich will zum UTMB und vorher auf den Traunstein und ins Dirndltal. Wann dann wenn nicht jetzt. Aus Fehlern wird man klug. Also lernen wir heute mal!

Radio:

“Wann hast du zum ersten Mal festgestellt

Das man sich heut gefälligst für den Besten hält?”

Heut auf jeden Fall, Motivation steigt.

 

Trailapotheker + B´jak
Trailapotheker + B´jak

Ich bin als erster angekommen. Passt! Zeugs vorbereitet und langsam kommen die Ersten an. Kann nur eines sagen. Coole Leute und super Veranstalter. Echt krass wie cool das hier organisiert ist.

Für den Schmäh hab ich genug Zeit. Dann kommt der Start und ich werde langsam nervös. B´jak Thomas Bosnjak kommt natürlich knapp vor Schnapp. Egal, er möchte ja als “Erster” wieder im Ziel sein.

Spannung steigt, Berg schaut teuflisch steil aus!

"Soll ich, oder soll ich nicht ist und bleibt die schwerste Wahl

Ich tu alles als tät ich's grad zum ersten Mal."

Na klar soll ich!

Startschuss!

“Hol tief Luft Mann, du wirst sie brauchen”

Es geht los. Rauf auf den Berg. Laufen, Fehlanzeige, hier geht es nur um Speedhiking den Berg hoch.

“Menschenskind wo denkst du hin,

es gibt kein' Stopp so kennst du ihn”

 

Mann, das ist steil. nach ca. 40min hab ich 3km hinter mir. Die Stimmung am Schobersteinhaus ist schon genial. Erste Labe und es gibt Iso und Cookies. Lecker.

Vorwärts es geht bergab, ein Vorgeschmack auf das was noch kommt. Nicht lange, dann kommt ein Grad, balancieren ist angesagt und über Stock und Stein hüpfen. Dann wieder runter.

 

“Hab zwar vieles gesehn, vieles erlebt

Doch bin noch nicht angekommen denn das Ziel ist der Weg”

Aber wie! Wurzeln, Steine und steil. Kein Ende in Sicht. Schönen Gruß vom Oberschenkel, das machst keine 5x.

Downhill kann ich echt nicht.

“Ich hab da mal ne Frage und ich hoff es kommt was an,

Wenn ich alles lassen würde was ich nicht besonders kann

Hätt ich Grund genug mir die Kugel zu geben

Und Schluß zu machen mit all dem Trubel im Leben?

Tja, dann lass ich mich halt von nem Double vertreten

Das nur dumm aus der Wäsche guckt wie'n Pudel im Regen”

Augen zu und durchrutschen!

 

Irgendwann kommt die Forststraße, endlich. Nur die ist genau so steil und die Oberschenkel brennen weiter. Leute, ich bin so froh als es das erste mal wieder bergauf geht. Das Bergauflaufen entspannt.

Ich komm am Ziel/Startbereich an. Erste Runde geschafft, Kekse, Salz und alles was gut ist tanken für die nächsten Runden.

 

 

“I muass auff, muaß eam untagriang” wie es im Watzmann heißt. Volle Wucht beim Aufstieg auf die Stecken. Absoluter Vorschub! Und dann worst case! Die Carbondinger brechen! Stock rechts - glatter Bruch! Sch….. . Hilft nix, weiter, aber meine Taktik und Technik wurde pulverisiert. Im sogenannten “Schinta" (kommt von "schinden - weil so steil), steilstes und schlammigstes Stück, ging es dann voll auf die Haxn ohne Stöcke. Oben an der Labe habe die netten Helfer mein Problem erkannt und unten Bescheid gegeben, dass ich einen Stockverlust hatte. Also bekam ich neue Stöcke vom Hüttenwirt - nochmals Danke - ihr seid die Besten - sind zwar schwere Teile, aber Hauptsache Stöcke. Weiter, wieder hoch. Ich bekam so einen richtigen Flash. Freute mich schon aufs Ziel, obwohl noch 50% der Strecke vor mir lagen. Irgendwie komisch, ich habe Halbzeit beim Marathon nach dreieinhalb Stunden. Da hatte ich den letzten Geländemarathon schon längst beendet. Der hatte aber nur 900hm, also nix dagegen was ich hier habe. Bergab hab ich immer meine Schwierigkeiten, aber es läuft.

“Was du bist müde? Das ist nicht so schlimmDu wirst deinen Weg machen, denn die Richtung stimmt”

 

Auf die 4. Runde, da werd ich überrundet. B´jak läuft so 200m hinter mir als ich in den Aufstieg gehe. Kann ihn ca. 20min. auf Distanz halten. Er ist gerade 3. und hat hat ein kleines Motivationsproblem als er bei mir ist. Ich versuch in mit netten Worten zu pushen und wie er mir im Ziel sagte, war es das das was er brauchte um noch einmal anzugreifen. Kurz vor der Ziellinie hat er noch den 2. Platz erobert.

Beim vollenden der 4. Runde pushte mich B´jak im Ziel.

“Das pumpt Saft in die leere Batterie

Und ist Ausschlag gebender als jede Allergie”

Mir war auch jetzt klar, das Rennen gehört mir. 6 Stunden hinter mir, das könnte sich unter 8 Stunden ausgehen. Rauf auf dem Berg mit einem Läuferkollegen, der auch Christoph hieß. Wir pushten uns gegenseitig den steilen Weg hoch, weil wir wußten, das war hier der letzte Schritt. Oben an der Labe stärkten wir uns und dann ging es runter. Über den Grad kämpften wir noch zusammen. Beim Downhill ließ ich ihn ziehen. Ich war heute nicht so schnell und wollte nichts riskieren. An der Forstraße angekommen, wußte ich, das wird meins! Unter 8 Stunden. Ziel erreicht. Voller Riesenfreude grinste ich schon den ganzen Weg ins Ziel hoch!

Im Ziel angekommen wurde ich von der Crowd mit mit einem tollen Aplaus begrüßt und bekamm mein Trattenbacher Zauckerl (Taschenmesser) als Medaille überreicht. Cool!

“Ob schwarz, chrom, silber, du strahlst blendend und grellDu bist spektakulär du bist so sensationell”