Traunstein Bergmarathon erfolgreich gefinished!

Es war ein harter Kampf mit Strecke und Wetter. Aber es war es alles Wert!

Immer locker bleiben!

 

Ja, die fantastischen 4 hatten Recht. “Immer locker bleiben”, das beschreibt es ganz gut. Dieser Titel aus dem Album Lauschgift war das richtige Motto für den Lauf.

 

Der Traunsee Bergmarathon war eine Herausforderung der Extraklasse. Strecke und Wetterbedingungen brachten alle Läufer an die Grenzen.

 

Eine Kritik an einige andere Läufer bring ich hier auch noch an. Trotz der vielen Kontrollstellen kürzten Einige den Weg ab. Diese Vollpfosten haben einfach nicht die Ehre wie die anderen den rechten Weg zu benutzen. Ihr solltet auf Lebenszeit bei allen Wettbewerben ausgeschlossen werden, ihr ……!

 

Ob ich es vergleichen darf oder nicht. Es ist mir egal. Der Text von “Krieger” aus dem Album inspiriert mich die ganze Veranstaltung über. Es ist ein an die Grenzen gehen mit vielen anderen Gleichgesinnten. Irgendwie hatte ich den Text ständig präsent bei dem Lauf.

Am Freitag den 4. Juli bin ich auf nach Gmunden. Startnummer abholen und Kaiserschmarrn essen. Veranstalter war super organisiert und es klappte alles perfekt. Auch nur nette Kollegen am Start. A “bisserl Schmäh” und dann ab auf den Parkplatz ins Auto zum schlafen. Genau, mit dem Schlafsack im Auto, denn “nur die Harten in den Garten”. Ein Zimmer rentiert sich nicht. Um 2 Uhr morgens ist schon Frühstück im Läuferzelt. Schnell alle Taschen gepackt, Ausrüstung gecheckt und ab zum schlafen.

 

“Der Schlafende muss erwachen”

 

“Der Krieger erwacht,..,

macht sich bereit hat sich gedacht

wir haben die längste Zeit Zeit mit Warten verbracht

Zeit mit Worten verbracht es uns bequem gemacht

doch jetzt macht sich Zeitlosigkeit breit”

 

Es geht los. Auf zum Zelt. Es ist finster, dunkel und von weitem hört man schon die anderen Kollegen. Der Lauf erwacht! Alle stärken sich. Es wird rumgealbert. Manche sitzen auch nur still da. Wetter prognosen sickern durch. Könnte Gewitter geben in den Morgenstunden.

Stärkung genommen. Wurstsemmel, Müsliriegel und Kaffe dazu. Lecker. Anspannung steigt.

Es beginnt zu regnen, Nur leicht. Egal, hier ist keiner aus Zucker!

Spannung kriecht hoch. Jeder der schon ein Rennen gelaufen ist, weiß wie sich die Nervosität anfühlt vor dem Start. Ein gutes Gefühl. Ich bin süchtig danach, Allerdings fast noch mehr auf das was kommt. Ich will da raus, rauf, durch und ankommen. Egal was passiert. Ich will es einfach nur schaffen und das Gefühl des Momentes im Ziel geniessen. Darum mache ich es. Um es zu schaffen. Um etwas zu erreichen!

 

Dafür sind wir alle hier!

 

“Ihr habt dieselbe Vision jetzt siehst Du was er sieht

und ihr seht Krieger überall und alle sind Dir bekannt

jedes Gesicht jede Geschichte ist mit Dir verwandt

sie kämpfen für das Leben Krieger sind deswegen hier

leben für den Traum und alle sind ein Teil von Dir und geben Dir

ein Gefühl wie ein Schild Du hast es lange vermisst

das so lange Du kämpfst Du nicht alleine bist”

 

3 Uhr, der Startschuss fällt. Es geht los. Leichter Nieselregen.

 

“er nimmt mit allen seinen Sinnen seine Zukunft war

erweitert das jetzt durch sein Bewusstsein und erfüllt vom Augenblick

geht er den nächsten Schritt und weiß jetzt gibt es kein zurück”

 

Kein Zurück! Der Schein der Kopflampen erfüllt Gmunden. Ich renne langsam los. Geradeaus. Nur nicht zu schnell. Es wird lang genug werden. Ich gehe mein Tempo! Schritt für Schritt. Allein. Nur nicht verleiten lassen.

Hoch auf den Grünberg. Leicht “gaatschig” (entschuldigt den Ausdruck, aber der passt halt am besten) ist es hier schon. Lockerer Aufstieg mit viel Stockeinsatz. Gute Aufwärmrunde. Oben erste Labe. Ich nehm gleich eine Riesenportion “Mannerschnitten” und andere Kalorienbomben. Ich werde es ja brauchen. Lieber jetzt etwas mehr essen als zu spät. Abstieg auf Forstautobahn und gut ausgebauten Trails.

 

Es dämmert bereits. Da kommt die Abgabestelle für die Stirnlampe. Regen wird stärker. Ich bin am Fuss des Traunstein. Einstieg Klettersteig. “Leute lasst alle Hoffnung fahren und tretet ein.” Das wird der Wahnsinn werden heute da rauf!

 

Fakten zum Klettersteig: Alpine Tour! Solide Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist Grundvoraussetzung! gesamt: 1300 Höhenmeter, sehr ausgesetzte Kletterei

 

Wetterseite. Wolken hängen tief. Sofort geht es ans eingemachte. Stahlseile greifen, Tritt suchen und hoffen das der hält. Es ist wegen des Regens glitschig. Super für einen Aufstieg im Fels :-( Mit den Stöcken in der einen Hand und auf allen Vieren oder am Seil greifend geht es hoch. Da geht es echt runter. Nur kein falscher Schritt. bei der Hälfte überleg ich echt was ich hier tue. Das Wetter wird schlechter. Gewitter! Starker Wind, Blitze, Donner und Regen kommen auf. Ich soll umdrehen sagt mir eine innere Stimme. Nein, es ist besser hochzugehen. Runter komm ich bei den vielen Leuten hier sicher nicht und es ist schwieriger als aufzusteigen. Abzuwarten ist auch keine Lösung ohne Deckung. Bleibt nur hoch hinaus zum Gipfel in der Hoffnung das es besser wird. Ich schau gar nicht mehr links oder rechts. Bin nur noch auf den Steig fixiert. Es gelingt mir die innere Panik zu beherrschen und weiterzugehen. Alle wollen hoch. An den fast senkrechten Passagen staut es sich. Lass nur nichts runterfallen da oben! Das würd eine Katastrophe geben. Irgendwie schaff ich die Kletterei und bin oben. Alles gutgegangen. Hier geht der Wind. Kalt ist es hier. Getränke und Kekse tanken. Regenjacke anziehen. Ich hab keine Lust hier mich noch zu unterkühlen.

Was ich nicht verstehe, viele Läufer sind nur mit T-Shirt unterwegs ohne Sicherheitsausrüstung. Deren Motto: Ist ja nicht vorgeschrieben, also werd ich nichts brauchen!

Leute, es ist alpines Gelände. Da kann alles passieren!

Ich denke der Veranstalter sollte hier für die nächste Veranstaltung ein Machtwort sprechen und Ausrüstung vorschreiben. Nur weil bisher nichts passiert ist, heißt das nicht, dass in Zukunft nichts passieren wird!

Abwärts! Downhill. Nicht meine Stärke aber haut echt hin! Rutschig geht es zur Sache. Wurzeln, Steine und Gaatsch fordern die Läufer richtig. Manchmal muss ich auf dem Hintern rutschend oder mit den Händen zu Hilfe über die “Schikanen” runter. Ein paar Profis fliegen da richtig darüber hinweg. Mich würd es so hinhauen, das ist der Wahnsinn. Und auch bergab schrotte ich normalerweise meine Oberschenkel. Ich will ja noch länger mitmischen. Also meine neue Technik bewährt sich. Ich komm gut im Pulk mit vorwärts und bin immer gut bei Kräften. An der Labe “Kaisertisch” gibt es wieder Futter für die Muskeln. Wind ist hier nicht mehr so stark und es ist wärmer. Regenjacke aus! Weiter Richtung Spitzelstein. Ein Knackpunkt der Strecke. Der Aufstieg soll so richtig fordern höre ich immer wieder an der Labe.

Es geht es auf Forstautobahn weiter. Endlich wieder laufen. Nur Helikopterlärm kommt auf. Oben am Traunstein wird eine Seilbergung durchgeführt. Ich erfahre von einem Läufer, es gab mit einem herabfallenden Felsbrocken einen Zwischenfall. Ein Läuferkollege wurde an der Schulter getroffen und muss geborgen werden. Echt sch……

Trotzdem, setze mein Tempo fort auf dem Waldweg. Es läuft. Tempo stimmt. Ich bin im Rennen so richtig angekommen.

 

“jetzt da er das Geheimnis kennt spürt er im

Rhythmus den Zauber der Monotonie

und Energie wie noch nie ersetzt die Theorie

und ihm wird klar Harmonie bringt die Kraft”

 

Am Einstieg Spitzelstein ist wieder eine Labe. Es regnet leicht. Sehr schmale Pfade kommen jetzt. Die Hänge sind steil, gaatschig und bewaldet. Fast wie im Bayerwald. Ein paar mal ist ein Seil zur Sicherung da. Es geht aber gut vorwärts. Öfters liegen Bäume quer. Dann kriech ich halt drunter durch. Oder darüber. Kraxeln kann ich ja! Der Aufstieg zieht sich. Für Viele ist dieser Berg der Knackpunkt. Ich fühl mich wohl. Tempo stimmt. Oben an der Spitzelsteinalm gibt es wieder Verpflegung. Hier ist der Wind und Regen wieder stärker. Jacke wieder an für den Abstieg bis nach Ebensee. Bergab geht es wieder gut voran. Oberschenkel brennen noch nicht. In Ebensee über Asphalt zur Labe. Halbzeit. Fühle mich wohl. Nässe stört nicht. Über den Asphalt haue ich ein bisschen Speed raus. Hier kann ich Zeit holen. Im Zelt angekommen gibt es Wurstsemmerl. Lecker, und Kekse + Red Bull. Ich füll auch meine beiden Frontbottles wieder auf. So kann ich immer zwischendurch trinken. Und ich brauch hier viel zu trinken. Auch immer wieder mal eine Salzablette. Dann bekomm ich keine Krämpfe.

Halbzeit also. Auf zum Feuerkogel. Aufstieg ist leicht, technisch gesehen, nur dauert er eine gefühlte Ewigkeit. Wetter wird besser. Sonne kommt durch, bergauf überhole ich einige Kollegen.

Oben herrscht wieder Nebel. Na toll. Wo geht es denn weiter? 2 Streckenposten erklären mir: “Wo es am rutschigsten und gaatschigsten (nochmals Danke für dieses schöne Wort) ist, bist du richtig!”

Na super! Aber eines muss ich sagen. Meine Gamaschen haben sich bei dem Gaatsch sehr bewährt. Meine Schuhe haben noch keinen Dreck innen abbekommen. Also runter. Auch mal auf dem Hosenboden. Das war der letzte Berg der schlimmen Kategorie! Ich überhole sogar noch andere Läufer bergab. Irgendwas mach ich da echt richtig.

 

In Kreh unten angekommen ist das Schlimmste geschafft. Gegen das was wir hinter uns hatten, geht es jetzt leicht weiter. Ein paar Trails noch und viele Asphaltabschnitte. Ich denke mir nur, yeah, da kann ich Speed machen!. Nur die Ferse schmerzt. Mein Schuh hat die Ferse aufgerieben. Also Tape drüber. Ich hatte alles “wasserdicht” in Tüten verpackt, aber trotzdem, diese Nässe kriecht überall rein. Zum Glück klebt das Tape noch! Irgendwie die dreckigen Gamaschen hochziehen, rausschlupfen mit dem Fuss und Tape über die offene Stelle (ist nicht lege artis - aber funktioniert fürs Rennen). Tape klebt gut und ich komm in den Schuh rein ohne Dreck mit reinzunehmen.

Angriff. Trail, vielleicht nur eine halbe Stunde rauf, dann geht es leicht auf Forstwegen weiter. Nächste Labe, Asphalt beginnt. Ich haue Tempo raus. Sollen noch so ca. 15km sein. Überhole viele Kollegen und kämpf mich hoch auf den Gmundnerberg am Schluss. Letzte Labe. Nur ich bin irgendwie fertig, jetzt kommt noch ein Trail daher. Gaaatsch wieder. Aber bald ist die Labe da. Stärkung fürs Finale. O mann, die Orangen schmecken lecker. Und der Red Bull erst. Ich glaub da hab ich über 1,5 l vernichtet vom Gummibärchensaft!

Jetzt kann es losgehen. Finale. Noch kurzer Aufstieg und ab über die Trails den Gmundnerberg, dann runter auf einer Gaaaatschrutschbahn. Das hier ist nix für Tussis. Ausschauen tut man wie eine Wilds… . Unten angekommen bekomme ich die Meldung noch 3 km. Also Gel raus und tanken für den Zieleinlauf. Durch Gmunden werde ich immer wieder angefeuert. Super Stimmung. Sehr ansteckend. Ich bekomm ein breites Grinsen ins Gesicht. So lauf ich auf die Promenade zum Ziel. Es ist unglaublich. Ich liebe dieses gefühl des Ankommens. Der Zielbogen kommt näher! Ich hab es geschafft. Die Leute jubeln. Welchen Platz ich hab, ist mir egal. Ich habe mir vorgenommen unter 13 Stunden zu sein. Ja, geschafft. 12:45 Std. Trotz all dieser Strapatzen. Ich bin glücklich. Laufe auf das Ziel zu. Höre meinen Namen aus den Lautsprechern. Unbeschreiblich. Ich hab es geschafft! Yeah! Leute, macht das nach. Wer nicht an mich geglaubt hat ist selbst schuld! Ich war dabei! Mir kann das niemand nehmen!

 

“und ihm wird klar Harmonie bringt die Kraft

sein Traum wird wahr er hat es geschafft”

 

“denn dann wachst Du auf und Dein Traum geht weiter weil Dein Zauber wirkt

du wachst auf doch dein Traum geht weiter weil der Zauber wirkt

du wachst auf doch geht Dein Traum weiter als der Zauber wirkt

wachst du auf und weißt es”